Die Grenzregion Österreich - Ungarn
Programmziele und Themenbereiche für Kooperationen
Finanzierung
Programmgebiet
Projektpartner
Aktueller Status des Programms

Die Grenzregion Österreich - Ungarn

Die österreichisch-ungarische Grenzregion spielt eine wichtige Brückenrolle zwischen dem westlichen und östlichen Teil Europas und liegt an der Verbindungslinie von Ostsee zum adriatischen Raum. Diese ausgezeichnete geographische Lage hat der Region, in der rund 3,7 Mio EinwohnerInnen beheimatet sind, in den letzten zehn Jahren ein überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum beschert.

Die Grenzregion weist eine Vielzahl von Stärken und positiven wirtschaftlichen Entwicklungen auf: Eine wachsende Anzahl Unternehmen in der gesamten Region, ein dynamischer Dienstleistungssektor, gut ausgebildete Arbeitskräfte, ein großes Angebot an Geschäftsflächen, Innovations- und Technologiezentren, verschiedene Wirtschaftscluster, grenzübergreifende Netzwerkaktivitäten sowie hochwertige Agarflächen.

Die Grenzregion ist darüber hinaus reich an natürlichen Ressourcen und verfügt über eine große Anzahl Ökosysteme. Eine Besonderheit ist die Fülle an Warmwasser-, Thermal- und Heilquellen sowie die vielen Stätten gemeinsamen Kulturerbes.

Programmziele und Themenbereiche für Kooperationen

Das EU geförderte ETZ-Programm (Europäische Territoriale Zusammenarbeit) unterstützt grenzüberschreitende Kooperationsprojekte im Grenzraum Österreich-Ungarn. Ziel des Programms ist es, die grenzüberschreitenden wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und ökologischen Kontakte im Grenzraum Österreich-Ungarn zu intensivieren, um die regionale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und die regionalen Disparitäten zu vermindern.

Österreich und Ungarn verbindet eine lange Geschichte im Bereich der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Der fortwährende Austausch zwischen den Ländern ist für die Menschen und Unternehmen zur Selbstverständlichkeit geworden. Diese positive Entwicklung soll weiter gefördert werden. Mit Hilfe dieses Programms können deshalb Projekte ko-finanziert werden, die gemeinsam entwickelt werden und eine nachhaltige und innovative Nutzung des gemeinsamen Potentials der Region bewirken.

Thematisch gibt es zwei Kooperationsbereiche – die sogenannten Prioritäten – auf die sich die Unterstützung des Programms zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit Österreich-Ungarn konzentriert, wobei jede Priorität eigene Ziele und Aktivitätsfelder enthält.

Um Förderungen für ein grenzüberschreitendes Projekt zu erhalten, muss es in die vorgegebenen Prioritäten und Aktivitätsfelder des Programms, sowie zu deren Zielen passen.

Priorität 1
Innovation, Integration und Wettbewerbsfähigkeit

...begünstigt die Entwicklung einer wirtschaftlich wettbewerbsfähigen Region durch Förderung des Unternehmertums, Innovation, Forschung & Entwicklung, Human-ressourcen, Tourismus sowie durch Unterstützung von Netzwerken und Clustern. Die Aktivitäten sollen zur Ausweitung der Zusammenarbeit und Innovation der Wirtschafts- und SozialakteurInnen der Region beitragen.

Priorität 2
Nachhaltige Entwicklung und Erreichbarkeit

...trägt zu Umweltschutz, sozialer Gerechtigkeit und Zusammenhalt, wirtschaftlichem Aufschwung und aktiver Förderung nachhaltiger Entwicklung in der Programmregion bei. Projekte im Bereich Öko-Mobilität oder Verkehr verbessern die interne sowie externe Erreichbarkeit. Erreichbarkeit ist auch eine wichtige Voraussetzung für Wirtschafts-entwicklung generell. Initiativen im Bereich der Wirtschaftsentwicklung, der Umwelt und Natur sowie Kooperationen im Sozial- und Kulturbereich werden eine gedeihliche und positive Entwicklung der Grenzregion begünstigen.

Die beiden Prioritäten umfassen jeweils drei Aktivitätsfelder:

Priorität 1
1.1 Förderung der wirtschaftlichen Kooperation
1.2 Nachhaltige Belebung des Arbeitsmarktes
1.3 Sicherstellung der Qualität der sozialen Infrastruktur und öffentlicher Dienstleistungen

Priorität 2
2.1 Verbesserung der Öko-Mobilität, des Verkehrs und der regionalen Erreichbarkeit
2.2 Verbesserung der grenzüberschreitenden Steuerungssysteme
2.3 Verbesserung des Managements natürlicher Ressourcen

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Finanzierung

Das Programm zur grenzüberschreitenden Kooperation Österreich-Ungarn wird durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert. Seitens der EU werden EFRE-Mittel in Höhe von über 82 Mio € zur Verfügung gestellt. Insgesamt beträgt das Programmbudget rund 101 Mio €. Die verbleibenden Mittel werden von den Mitgliedsländern Österreich und Ungarn bereitgestellt.

Projekte werden von der Europäischen Union bis zu maximal 85% ihrer Gesamtsumme gefördert. Als Voraussetzung gilt eine finanzielle Mitbeteiligung der öffentlichen Hand, die als nationale Ko-Finanzierung mindestens 15% betragen muss.

In der Tabelle sind die zur Verfügung stehenden Finanzmittel nach Priorität und indikativer Verteilung nach Aktivitätsfeldern aufgelistet.

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Programmgebiet

Das Programmgebiet umfasst acht NUTS III Regionen, die zusammen das Kerngebiet darstellen: Auf österreichischer Seite sind dies Wien, Wiener Umland - Südteil, Nord-, Mittel- und Südburgenland, auf ungarischer Seite Győr-Moson-Sopron, Vas und Zala. Dazu kommen die an den Kernraum angrenzende Regionen Niederösterreich Süd und die Oststeiermark.
Um eine Förderung aus dem Programm erhalten zu können, muss die Umsetzung der Projektaktivitäten im Programmgebiet erfolgen.

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Projektpartner

Als Lead Partner oder Partner können folgende Rechtspersönlichkeiten fungieren:
- öffentliche und öffentlichkeitsnahe Institutionen
- Non-Profit Organisationen
- andere Institutionen, die auf Projektebene im öffentlichen Interesse handeln
Solche wären beispielsweise: Bundes- und Landesstellen, Gemeinden, Universitäten, mehrheitlich von öffentlichen Institutionen finanzierte und kontrollierte Einrichtungen, gemeinnützige Non-Profit Organisationen und Vereine.

Nicht förderfähig sind: Privatpersonen, politische Parteien, direkte Zuschüsse an Einzelunternehmen und im Rahmen eines Projektes stattfindende gewinnorientierte Aktionen.

Eine Projektpartnerschaft muss zumindest aus einer österreichischen und einer ungarischen Organisation bestehen, wobei einer der Projektpartner Lead Partner sein, das heisst die Federführung im Projekt übernehmen muss.
Die Lead Partner-Organisation koordiniert die Projektentwicklung und reicht den vollständigen Antrag beim Gemeinsamen Technischen Sekretariat ein. Sie ist ferner verantwortlich für die Abwicklung des gemeinsamen Projekts und zuständig für das Projektmanagement. Das bedeutet, dass der EFRE-Fördervertrag allein zwischen Lead Partner und Verwaltungsbehörde abgeschlossen wird und die Kommunikation zwischen Programmmanagement und Projekt ausschließlich über den Lead Partner läuft.

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Aktueller Status des Programms

Bis dato hatte der Gemeinsame Begleitausschuss insgesamt 15 Sitzungen und aktuell sind 88 Projekte vom Programm gefördert.

Die Tabelle zeigt die Genehmigungen pro Aktivitätsfeld und Runde.
Die derzeitige Ausschöpfung des Programms beträgt 100%.
Eine Übersicht über alle genehmigten und vertraglich gebundenen Projekte finden Sie unter dem Menüpunkt Projekte. Weiters finden Sie hier die aktuelle Liste aller Begünstigten.

Ergebnisse der Sitzungen des Gemeinsamen Begleitausschusses

Die zwei letzten Sitzungen des Gemenisamen Begleitausschusses (14. und 15.) wurden am 5. Mai 2014 (Sopron) bzw. am 20. November 2014 (Wien) organisiert. In der vierzehnten Sitzung lag ein Projekt vor, das auch genehmigt wurde.

In der dreizehnten Sitzung des Gemeinsamen Begleitausschusses am 27. November 2013 in Bad Tatzmannsdorf (Burgenland) lagen 4 Projektanträge zur Genehmigung vor, von denen drei genehmigt wurden. Zwei der genehmigten Projekte wurden auf die Reserveliste gesetzt.

In der zwölften Sitzung des Gemeinsamen Begleitausschusses am 25. Juni 2013 in Kőszeg (Komitat Vas) lagen 9 Projektanträge zur Genehmigung vor, von denen drei genehmigt wurden. Zwei davon wurden auf die Reserveliste gesetzt. 

In der elften Sitzung des gemeinsamen Begleitausschusses am 4. und 5. Dezember 2012 in Lanzenkirchen (Niederösterreich) wurden aus insgesamt 19 vorgelegten Projekten 11 genehmigt, wovon 7 mit Auflagen verbunden sind. Damit hat die  Ausschöpfung des Programms 100 Prozent erreicht.
Ein Projekt wurde auf die Reserveliste gesetzt und erhält erst einen EFRE-Fördervertrag, sofern genügend EFRE-Mittel von anderen, bereits abgeschlossenen Projekten zurückfließen.

Von unseren niederösterreichischen Projekten haben wir das Projekt RegionCo für einen Projektbesuch ausgewählt und konnten während einer Präsentation viel über Ionentherapie erfahren, sowie die medizinische Hightech-Anlage MedAustron, welche in 2015 in Wiener Neustadt voll in Betrieb genommen wird bei einem Rundgang bewundern.

Die zehnte Sitzung des gemeinsamen Begleitausschusses fand am 30. und 31. Mai 2012 im Komitat Zala in Hévíz statt. Bei 9 von den 13 vorgelegten Projekten wurde die Fördeung genehmigt, wobei 3 Genehmigungen mit Auflagen verbunden sind. Damit ist die Summe der bislang genehmigten Projekte auf 71 gestiegen.

In der neunten Siztung am 23.-24. November 2011, die diesmal in Bad Waltersdorf stattfand, hat der Gemeinsamer Begleitausschuss von den 8 vorgelegten Projekten 5 genehmigt, wobei 3 Genehmigungen mit Auflagen verbunden sind. Die Förderzusage für ein Projekt, welches in der 6. Sitzung genehmigt wurde, musste zurückgezogen werden. Die Zahl der bisher genehmigten Projekte hat sich damit auf 62 geändert.

Die
achte Sitzung des Gemeinsamen Begleitausschusses (13.-14.04.2011) fand auf ungarischer Seite in Lipót statt. Nach dem üblichen Update über den Stand des Programms wurden von den 15 vorgelegten Projekten 8 genehmigt, 6 davon mit Auflagen. Damit hat sich die Summe aller genehmigten Projekte auf 58 erhöht.

Die siebte Sitzung fand am 30.11.-01.12.2010 im Wiener Rathaus statt. Während der draußen der unaufhörliche Schneefall für vorweihnachtliche Stimmung sorgte, wurde drinnen engagiert diskutiert. Ein von INTERACT geleiteter Kurzworkshop bot den BA-Mitgliedern zunächst die Gelegenheit, die Qualitätskriterien für ETZ-Projekte und damit auch die Praxis der eigenen Entscheidungen einmal ohne Duck zu reflektieren. Anschließend hieß es wieder "business as usual": Neben den üblichen Berichten über den Stand und die Aktivitäten des Programms wurden 3 von 6 vorgelegten Projekten genehmigt.    

In der sechsten Sitzung des Gemeinsamen Begleitausschusses am 23.-24. Juni 2010 in Rust (Burgenland) wurden 15 Projekte zur Genehmigung vorgelegt. Bei 6 Projektanträgen sprachen sich die Mitglieder für eine Genehmigung aus, davon 4 mit Auflagen. Die Summe aller bisher im Programm genehmigten Projekte beträgt damit 47.

Die fünfte Sitzung des gemeinsamen Begleitausschusses am 24.-25. November 2009 in Szombathely war schwerpunktmäßig der Strategiediskussion über die Verwendung der restlichen Programmmittel gewidmet. Die Mitglieder des BA haben sich darüber verständigt, dass an der offenen Einreichung ohne Ausschreibungen festgehalten werden soll und keine Limitierungen eingeführt werden. Weiters wurde beschlossen, dass Mittel für neue Projekte bis mindestens 2011 zur Verfügung stehen und bis dahin keine Umschichtungen zwischen den Prioritäten vorgenommen werden sollen. Desweitern wurden zwei zurückgestellte Projekte genehmigt, so dass sich die Gesamtzahl aller bisher genehmigten Projekte auf 41 erhöht hat. Die Mittelbindung liegt derzeit bei ca. 60%. 

In der vierten Sitzung des gemeinsamen Begleitausschusses am 2. und 3. Juni 2009 in Krumbach (Niederösterreich) sowie am 2. Juli 2009 auf Schloss Hof wurden weitere Projekte genehmigt. Bei 11 von insgesamt 24 vorgelegten Projekten sprach sich der Begleitausschuss für eine Förderung aus, wobei 9 Genehmigungen mit Auflagen verbunden sind. 

Die dritte Sitzung des gemeinsamen Begleitausschusses fand am 2. und 3. Dezember 2008 im äußersten Winkel des Programmgebietes statt. Im steirischen Bad Radkersburg an Grenze zu Slowenien sprach sich der Begleitausschuss für die Genehmigung von insgesamt 14 Projekten von 20 eingereichten Projektanträgen aus.

Die zweite Sitzung des gemeinsamen Begleitausschusses in dieser Förderperiode fand am 8. und 9. Juli 2008 turnusgemäß in Ungarn statt. Der Tagungsort in Vonyarcvashegy (sprich Wonjarz-wosch-hedj), dessen Aussprache den deutschsprachigen Teilnehmern einige Übung abverlangte, bot in den Pausen einen entspannenden Blick auf den Balaton. Angesichts der prall gefüllten Agenda war allerdings wenig Gelegenheit zur Entspannung. An zwei Sitzungstagen wurde neben der Diskussion von grundsätzlichen Fragen und Angelegenheiten des Programmes erstmals über Projektanträge entschieden. Zwei Marathonsitzungen (9 bzw. 12 Stunden), 27 Projektdiskussionen sowie unzählige Kaffees später, lagen die Entscheidungen, die stets im Konsensverfahren getroffen werden, vor: Von 27 zur Entscheidung vorgelegten Projekten wurden 14 genehmigt, 10 davon mit Auflagen.

Die erste - konstituierende - Sitzung des Gemeinsamen Begleitausschusses hatte vor allem die Genehmigung der wichtigsten Programmdokumente wie der Geschäftsordnung und dem sogenannten Programme Manual zum Ziel. Im Programme Manual ist u.a. die Projektauswahl (Selektionskriterien, Bewertungsprozess etc.) geregelt.

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