Zukunft im Grenzraum

Die Grenzregion Burgenland-Westungarn ist auch Jahre nach dem EU-Beitritt Ungarns geprägt von wirtschaftlichen und sozialen Disparitäten. Die Lohndifferenz liegt zwischen 1:3 und 1:5. Durch die Wirtschaftskrise ist die Arbeitslosigkeit in beiden Ländern gestiegen und hat vor allem die Situation der Menschen in Westungarn verschärft. Der Arbeitsmarkt wird immer grenzenloser: allein aus der Region Westungarn pendeln täglich mehr als 12.000 ungarische ArbeitnehmerInnen zu ihren Arbeitsplätzen ins Burgenland. Dies geht oftmals mit den Nachteilen einher, keinen ausbildungsadäquaten Arbeitsplatz zu bekommen und um bis zu 40% weniger Lohn zu bekommen als ein inländischer Beschäftigter.

Die Grenzregion Burgenland - Westungarn ist von der schrittweisen Liberalisierung des Arbeitsmarktes besonders betroffen. Die Folge davon ist erhöhter Druck auf den burgenländischen Arbeitsmarkt durch Lohndumping und Verdrängungswettbewerb. Der westungarische Arbeitsmarkt andererseits ist geprägt von einem massiven Fachkräftemangel.
Ein 18-köpfiges Projektteam betreut ArbeitnehmerInnen an 11 Standorten im Burgenland und Westungarn. Durch die umfangreichen Informations- und Beratungstätigkeiten des IGR-Projektes soll eine umfassende Information von ungarischen und österreichischen ArbeitnehmerInnen und somit die Beschäftigung zu ordnungsgemäßen Arbeits- und Lohnbedingungen erreicht werden.

Der tagtägliche Kontakt mit betroffenen ArbeitnehmerInnen ermöglicht es dem Projektteam, Probleme und Schwachstellen am Arbeitsmarkt schnell und aus erster Hand wahrzunehmen. Die so gewonnenen Informationen und Erfahrungen können durch die grenzüberschreitenden Kooperationen mit arbeitsmarktrelevanten Institutionen und Sozialpartnern dazu genützt werden, gemeinsam entsprechende Instrumente zu entwickeln, um Diskrepanzen zu beseitigen.

Durch seinen grenzüberschreitenden und zweisprachigen Charakter bietet das Projekt eine Plattform für die Vernetzung und Kooperation von österreichischen und ungarischen Interessensvertretungen und Institutionen. Fach- und Sprachkurse erleichtern nicht nur den ArbeitnehmerInnen das Zurechtfinden am grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt, sondern unterstützen auch die Vertreter von Institutionen und Sozialpartnern einerseits bei der Überwindung von sprachlichen Barrieren und fördern andererseits das Kennenlernen der jeweiligen Systeme und rechtlichen Hintergründe im Nachbarland. Schwerpunkte werden in den Bereichen Gesundheit und Pflege, Arbeitnehmerschutz, Jugend und Atypische Beschäftigung gesetzt.

Im Rahmen des Projektes werden folgende Aufgaben verwirklicht:

- Information der ArbeitnehmerInnen in der Region Burgenland – Westungarn in Fragen der grenzüberschreitenden Beschäftigung
- Maßnahmen zur Abfederung des Fachkräftemangels im Burgenland und Westungarn
- Sicherung des sozialen Mindeststandard von ArbeitnehmerInnen
- Entwicklung von ordnungsgemäßen und konstanten Beschäftigungsverhältnissen
- Grenzüberschreitende Bildungsmaßnahmen
- Aufbau von nachhaltigen Kooperations- und Koordinationsnetzwerken
- Abbau von Vorurteilen

Lead Partner

ÖGB Burgenland / Österreichischer Gewerkschaftsbund Landesorganisation Burgenland

Projekt Partner

MSZOSZ / Magyar Szakszervezetek Országos Szövetsége Nyugat-Dunántúli Regionális Képviselete


Acronym

IGR

Laufzeit

12. 2007 - 12. 2014

ERFE

3.980.147 €

Gesamtkosten

6.939.244 €

Kontakt

Bertold Dallos
+43 2682 770 64
bertold.dallos@oegb.at
http://www.igr.at